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Vom Glück eines verregneten Sonntags

So sehr ich den Sommer auch mag und die warmen Sonnentage genieße, so fühle ich mich in dieser Zeit häufig unter Druck gesetzt. Natürlich entsteht er nicht von außen, sondern aus meinem Innersten. Irgendwie fällt es mir schwer, mich für eine Sache zu entscheiden. Da wäre zum einen die ausgedehnte Radtour mit dem Mountainbike ins schöne Voralpenland. Mein Herz hüpft vor Freude, wenn es an die traumhaften Bergblicke, die frische und energiereiche Luft der Wälder und die Wege entlang an üppigen Feldern denkt.

Verlockend ist auch ein langer Badetag an einem unserer fünf Seen. So lässt es sich an einem Sonntag herrlich entspannen. Im Gepäck zwei große Handtücher, Bikinis, Sonnenmilch, ein Buch, MP3-Player und eine Flasche Wasser. Faul in der Sonne liegen, sich zwischendrin ein paar Mal umdrehen, am Kiosk ein Eis holen und im kühlen See schwimmen.

Die Auswahl an einem Sommersonntag ist groß und bietet so viele Möglichkeiten, die Freizeit nach Lust und Laune zu verbringen. Allerdings haben solche Tage natürlich auch ihre kleinen Schattenseiten. Wenn ich beispielsweise an meine To-do’s im Haushalt oder den vollen Schreibtisch denke, dem ein bisschen Detox ganz gut täte, werde ich leicht nervös. Allerdings gewann meinen inneren Kampf meist die viel verlockendere Outdoor-Variante, die mich magnetisch nach draußen zog – ähnlich wie die Seefahrer den Sirenen ausgeliefert waren. Also verbrachte ich die sonnigen Sonntage bevorzugt und ausgiebig in der Natur. Als eine meiner größten Energiequellen habe ich mir diese kleinen Fluchten immer wieder gerne gegönnt.

Doch was tun, wenn es den ganzen Tag aus Kübeln gießt und man trotz Schirm innerhalb von Minuten nass wird? Für viele Menschen sind verregnete Wochenenden eine absolute Katastrophe. Da wird gejammert und geschimpft, wie doof doch diese miese Wetter ist. Man könne nichts unternehmen und sich nur drinnen aufhalten.

Um Missverständnissen vorzubeugen: auch ich bin absolut kein Fan von Dauerregen. Allerdings weiß ich die Vorzüge gelegentlicher, regnerischer Sonntage sehr zu schätzen. Endlich darf man mal ohne schlechtes Gewissen zuhause bleiben, länger schlafen, im Jogginganzug von der Couch in die Küche und zurück auf die Couch schlurfen. Oder den unübersichtlichen Schreibtisch aufräumen, ausgiebig putzen und ausmisten. Lange aufgeschobene Telefonate führen und dabei nicht das Gefühl haben, irgendwas da draußen zu versäumen. Für mich sind gelegentlich Regen-Sonntage ein wahrer Segen. Denn egal wie ich sie letztlich nutze, danach geht es mir immer richtig gut, vollgetankt mit reichlich positiver Energie.

Wenn ich dann abends zufrieden im Sessel sitze, freue ich mich schon auf die kommende Woche und all ihre kleinen Überraschungen und Herausforderungen. Vielleicht magst du ja beim nächsten verregneten Sonntag darüber nachdenken, welche Chancen sich dir bieten, die du bei einem strahlenden Sonntag niemals genutzt hättest.

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