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Braucht Glück eigentlich ein Navi?

Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob Glück nur per Routenplaner zu uns findet oder ob es einen sanften Tritt braucht. Und was wäre, wenn es gar nicht weiß, wo wir wohnen? Vielleicht klingt das jetzt ein bisschen negativ. Das ist es erst Mal auch. Denn es gibt Zeiten, in denen man eine Menge Energie braucht, um sich immer und immer wieder zu motivieren, selbst wenn man gefühlt seit Monaten in einem dicken, zähen Matsch fest sitzt. Wie schön wäre es dann, wenn man sich à la Münchhausen mit den eigenen Händen aus diesem Sumpf ziehen könnte. Leider klappt das nur recht selten. Andererseits fallen manchen Menschen positive Dinge einfach so, ganz von alleine, in den Schoß. Innerhalb des Jobs kennen sie die „richtigen“ Strippenzieher und wissen, wo und wie sie die nötige Dosis Vitamin B bekommen. Suchen sie einen neuen Job, findet sich über einen Freund oder Bekannten schon bald ein passender Arbeitgeber mit einem verlockenden Angebot. Selbstverständlich sind die Kollegen nett, die Stelle anspruchsvoll und das Gehalt angemessen.

Nach Trennungen oder komplizierten Beziehungen tauchen sie eine Weile ab, lecken ihre Wunden, um sich ihren Fans dann wie ein wunderschöner, neugeborener Phönix zu präsentieren. Nicht selten findet sich bei solchen Wesen schon bald ein passender, liebevoller Partner und die „Übergangszeit“ scheint nur wenige Wochen zu dauern. In diesen Fällen drängt sich mir die Vermutung auf, das Glück würde ihnen nachlaufen und sich förmlich aufdrängen.

Natürlich ist das jetzt etwas überspitzt gedacht und es gibt genügend Menschen, bei denen es entweder privat oder im Job gut läuft. Oder beides plätschert eher langweilig vor sich hin. Was auch nicht besonders erfüllend ist. Doch was, wenn ein Mensch sich in beiden Lebensbereichen verloren fühlt? Nirgends zuhause ist und keinen Flow, keinen Lebensfluss spürt. Erfolgserlebnisse, und seien sie noch so klein, scheinen sich während solcher Phasen in irgendwelchen dunklen, unbekannten Ecken zu verstecken. Auch ich kenne diese Durstrecken und weiß, dass man gut aufpassen muss, um nicht im besagten Sumpf zu ersticken.

Vielleicht hat das Glück ja unsere Adresse verloren. Wie wäre es in diesem Fall mit einem Glücksnavi?

Wir sollten uns – und jetzt wird es spirituell – bewusst mit unserem höheren Selbst verbinden und uns ganz klar werden. Klar, was wir genau wollen, denn nur wenn wir in uns klar sind, senden wir deutliche Impulse an das Glück. Und dann haben wir die Chance, von ihm gefunden zu finden. Es heißt ja oft: „wie innen, so außen“. Klingt erst mal platt, ist aber wahr. Denn wenn wir in unseren Zellen, unseren Sinnen, unserem Herzen und unserer Seele eine schmerzende Leere spüren, strahlen wir genau diese Leere aus. Wie einfach ist es für das entsprechende „Außen“, hier anzudocken, auf den Schmerz zu springen und sich in ihm zu verbeißen. Hören wir in solchen Zeiten der Dunkelheit und Trauer jedoch auf die leise Stimme der Seele, offenbart sich hier meist die befreiende Antwort auf das, was wir so verzweifelt suchen und nirgends zu finden scheinen.

Glück ist meiner Meinung nach keine sinnbildliche, üppige Sahnetorte, die sich vor uns stellt und will, dass wir sie auf einmal verschlingen. Es sind eher kleine, süße, virtuelle Plätzchen, die wir essen sollten, wenn wir welche entdecken. Manchmal verstecken sie sich an ganz alltäglichen Orten. Morgens, z. B., wenn wir die Gardinen aufziehen und uns die Sonne anlacht. Ein Gute-Laune-Song, der uns beflügelt und uns zum Mitsingen animiert. Wunderbarer, heißer Cappuccino mit viel Milchschaum, ein Mittagsspaziergang, ein inspirierendes Buch, und, und, und. Ich glaube, dass viele, kleine Glücksmomente mehr wiegen, als ein dicker Klos, an dem wir mangels Übung vielleicht sogar ersticken oder uns zumindest daran verschlucken.

Wenn wir uns bewusster werden, dass auf jede dunkle Phase immer eine helle Phase folgt, dürfen wir uns zurücklehnen. Nehmen wir uns die Natur als Vorbild. Nach der Nacht folgt der Tag, nach dem Winter der Sommer, nach Regen scheint wieder die Sonne. Eigentlich sind die Gesetze fast zu simpel, um sie als kleines Trostpflaster zu verwenden. Blicken wir auf traurige Erlebnisse in unserer Vergangenheit zurück und versuchen uns in die damalige Situation zu versetzen, konnten wir uns nicht vorstellen, jemals wieder Glück zu erleben- was sich mittlerweile relativiert hat. Es sollte uns entspannten und uns Zuversicht schenken, wenn wir diese Dinge nicht vergessen, sondern uns bewusst daran erinnern. Denn dann wird uns klar, dass es im Leben immer wieder nach oben und unten geht. Es wäre ja auch irgendwie langweilig, würde es nur ein Oben geben. Schnell hätte sich dieses Hoch in uns manifestiert und wir könnten es nicht mehr richtig schätzen. Insofern haben Tiefs die Aufgabe, in uns zu blicken, mit unserer Seele in Kontakt zu treten und auf den Fluss des Lebens zu vertrauen. Es bietet sich also an, immer einen kleinen Vorrat passender Glücks-Akkus dabei zu haben. Für den Fall, dass das Glücksnavi mal wieder nicht funktionieren sollte.

1 Kommentar

  • Linda
    18. März 2019 at 7:52 pm

    Dazu fällt mir ein Zitat ein:
    „Nicht Erfolg ist der Schlüssel zum Glück, sondern Glück ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du gerne tust, was du tust, wirst du auch erfolgreich sein.“
    Albert Schweitzer

    Jetzt muss man „nur noch“ wissen, was man will 😉

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